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  • Börsenlexikon für Einsteiger
  • 19.12.1955
  • Deutschland Schwandorf
  • Geb.: 1955 - Sohn eines Bankers; Ausbild.: Maschinenschl., Techniker, Meister, Theologe, Werbetexter; Familienst.: verh., 5 Kinder
Monday, 12. december 2011 1 12 /12 /Dez. /2011 07:44

Analyse Vorgehensweise
Es ist nicht so, dass Anleger, welche die Relative Stärke anwenden, sich bei der Auswahl ihrer Aktien von Gefühlen leiten lassen. Im Gegenteil - sie filtern mit Werkzeugen der technischen Analyse und mit fundamentalen Daten ihre Aktien aus.
Bei der technischen Analyse arbeiten sie mit Indikatoren (RSL) oder berechnen mittels einer Excel-Liste das Momentum selbst. Es ist das Verhältnis des aktuellen Kurses zum Kurs vor X Tagen - oder von letzter Woche, oder vom letzten Monat, oder vom Jahresende, oder auch mit einem Durchschnitt von mehreren Kursen.
Bei der fundamentalen Analyse schenken sie dem Geschäftsbericht viel Aufmerksamkeit. Wichtig ist, dass das Unternehmen wirtschaftlich gesund ist. Es muss auch eine hohe Gewinn- und Umsatzentwicklung aufweisen. Darüber hinaus muss die Aktie gut handelbar sein. Es nützt nichts, wenn man das Wertpapier zu einem fairen Preis kaufen kann, aber der Verkauf sich schwierig gestaltet.

Weitere Strategien - Kauf und Verkauf
Normalerweise werden nur Aktien gekauft, die sich in einem bereits bestehenden Aufwärtstrend befinden.
Gewöhnlich wird der Kauf von Momentum-Aktien per Stop-Loss abgesichert. Falls die gewünschte Kursbeschleunigung nicht stattfindet, sollen dadurch die Verluste begrenzt werden.
Andere wenden gleich das Trailing-Stop-Loss an. Hierbei wird das Kurs-Limit nachgezogen. Man lässt dadurch die Gewinne laufen. Sollte die Aktie am Ende des Beschleunigungstrends angelangt sein und wieder fallen, so wird sie bei erreichen oder unterschreiten des nachgezogenen Kurs-Limits verkauft.

Fazit
Wendet man die Momentum Strategie wie hier beschrieben an, so benötigt man für die Analysen sehr viel Zeit. Auch ist es nicht jedermanns Sache, Geschäftsberichte zu lesen und richtig zu interpretieren.
Da zudem der Anlagehorizont im mittelfristigen oder gar kurzfristigen Bereich liegt, fallen sehr häufig Gebühren an. Von daher ist diese Anlagestrategie Aktien-Anfängern nicht unbedingt zu empfehlen.

Durch den Artikel ist aber sicherlich auch deutlich geworden, dass man diese Strategie einfacher anwenden kann. Wer sich zum Beispiel nur durch die Ergebnisse der technischen Analyse leiten lässt, hat keinen sehr hohen Zeitaufwand (dafür aber mehr Risiko).

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass die Momentum Strategie zu den sehr erfolgreichen Anlagestrategien zählt!

von Wolfgang Molzahn - veröffentlicht in: Börsenlexikon
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Monday, 28. november 2011 1 28 /11 /Nov. /2011 10:11

Sicherlich sind Ihnen Dragsterrennen ein Begriff. Dort soll bei stehendem Start eine gerade Strecke (ca. 200 oder 400 m) schnellstmöglich zurückgelegt werden. Um dies zu schaffen, wenden die Fahrer das Burn-out an. Bei gezogener Bremse der Vorderräder geben sie die Motorleistung auf die Hinterräder. Diese drehen durch, erwärmen sich dabei und sorgen damit für eine gute Bodenhaftung. Nach dem Startzeichen lösen die Fahrer die Bremse. Die Dragster schießen nach vorne, sind nach wenigen Augenblicken im Ziel und verlieren dann wieder rasch an Geschwindigkeit.

Relative Stärke / Momentum - Was ist das?
Warum habe ich Ihnen vom Dragracing erzählt. Nun, ich finde, dass solche Beschleunigungsrennen das Momentum sehr schön verdeutlichen.

  • Zu Beginn des Rennens stehen die Dragster hinter der Startlinie.
  • Dort bereiten die Fahrer ihre Fahrzeuge per Burn-out auf das Rennen vor.
  • Beim Startzeichen schießen die Dragster mit einem Riesenschub nach vorne.
  • Die Fahrer müssen ihr ganzes Können aufbringen, um diese Kraft auf der Strecke zu bändigen.
  • Auch entwickeln die Dragster ein mörderisches Tempo.
  • Und dann ist das Rennen auch schon wieder vorbei.
  • Einige Fahrer fuhren ein starkes Rennen, andere ein eher Schwaches.

Das Momentum oder die relative Stärke einer Aktie hat mit diesen Dragracing-Komponenten zu tun:

  • Was sich vor dem Start abspielt - das Bourn-out - ist ein Bild für den Schub, den eine Aktie in einem Seitwärtstrend entwickelt.
  • Und plötzlich schießt sie mit Kraft und Tempo nach vorne - nach oben.
  • Je stärker der Schub war, desto länger hält auch der Aufwärtstrend der Aktie an.
  • Aber irgendwann ist die Kraft aus dem Wertpapier draußen.
  • Dann ist die Momentum Strategie für diese Aktie vorläufig zu Ende.
  • Auch Aktien unterscheiden sich in ihrem Momentum. Während einige ein starkes Momentum aufweisen, haben andere eher ein Schwaches.

Welche Denkansätze führten zur relativen Stärke Strategie?
Aufwärtstrends bestehen aus Seitwärtstrends und Aufwärts-Beschleunigungs-Trends. Wenn es nun gelingt, Aktien zu analysieren, die sich in einer Seitwärtsbewegung befinden und vermuten lassen, dass eine Beschleunigungsphase - starker Anstieg - bevorsteht, so könnte man von der anstehenden überdurchschnittlichen Kursentwicklung profitieren.

Momentum Persönlichkeiten
In den 60er Jahren entwickelte Dr. Robert Levy seine RSL-Strategie (Relative Stärke nach Levy) und schrieb das Buch: " The Relative Strength Concept of Common Stock Price Forecasting".

Auch das Buch "How to Make Money in Stocks" - Wie man mit Aktien Geld verdient: Mit diesem erprobten System kann jeder an der Börse gewinnen - von William O'Neil, Gründer und Vorsitzender von Investor's Business Daily, beinhaltet die Momentum Strategie.

Fortsetzung folgt!

von Wolfgang Molzahn - veröffentlicht in: Börsenlexikon
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Friday, 11. november 2011 5 11 /11 /Nov. /2011 15:26

Was oder wann ist Weihnachten für Kleinaktionäre? Natürlich – wenn man satte Gewinne einfährt und die Verluste sich in Grenzen halten, dann empfindet der Börsianer das als Weihnachten – selbst wenn dies mitten im Sommer wäre!

was-ist-weihnachten.png Vom Kalender her gehen wir aber tatsächlich Weihnachten entgegen. Nur die Kurslinien können sich zurzeit nicht so recht entscheiden, wohin sie wollen. Aber vielleicht bildet sich doch noch eine neue Weihnachtszacke aus. Sie wissen nicht, was ich damit meine? Nun, als ich mir heute die DAX-Linie ansah (seit 1993), erinnerte sie mich an den Tannenbaum, den ich als Kind immer gemalt habe. Fällt man diesen Weihnachtsbaum, so sieht das Ganze in etwa so aus, wie diese Linie und lässt man seiner Fantasie ein wenig freien Lauf, so bildet sich gerade wieder so ein richtig ausladender Ast.

Wollen wir's hoffen, dass es so ist!

von Wolfgang Molzahn - veröffentlicht in: Börsenlexikon
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Sunday, 6. november 2011 7 06 /11 /Nov. /2011 07:57

Teil 4: Beispiel von Risiko-Management - Fortsetzung:

7 - Aktienkauf und Stop-Loss:

Aktienkauf:
12 Stück zu je 100 €  = 1.200 €
9 Stück mit Gebühren und Slippage zu je 101,80 € = ca. 916 €

sofortiger Stop-Loss:
- für 12 Stück zu 90 € = 1.080 €
- für 9 Stück mit Gebühren und Slippage zu je 88,38 € = ca. 795 €

Vorteile vom Money-Management:
1 - Ihr Verlust ist genau definiert - die Nerven bleiben geschont - die Gefühle treffen keine falsche Entscheidungen

2 - Sie lassen Ihre Gewinne laufen
Davon war schon in der Definition die Rede. Es ist erwiesen, dass viele Aktionäre ihre "Verluste laufen lassen und Gewinne begrenzen". Im Börsenalltag heißt dies, dass bei Verlusten viel zu spät verkauft wird (wenigstens der Einstiegskurs soll mit der Position erreicht werden) und bei Gewinnen viel zu früh verkauft wird. Mit Money-Management passiert Ihnen dies nicht.

3 - Ihre Verluste werden durch den Stoppkurs tatsächlich begrenzt
Wie aber maximieren Sie Ihre Gewinne? Ganz einfach indem Sie den Stoppkurs immer wieder nachziehen. Lassen Sie uns das Beispiel nochmals kurz aufgreifen:

  • Sie kaufen Aktien, deren Stückpreis bei 100 € liegt und Sie setzen den Stoppkurs bei 90 € (-10%).
  • Die Aktie steigt auf 110 € und Sie ziehen den Stoppkurs auf 99 € nach.
  • Die Aktie steigt weiter auf 120 € und Sie ziehen den Stoppkurs auf 108 € nach (Sie sind schon in der Gewinnzone!).
  • Die Aktie steigt weiter bis auf 150 € und Sie ziehen den Stoppkurs 135 € nach.
  • Leider kommt es dann zu einem Abwärtstrend dieser Aktie. Bei 135 € wird Ihr Stopp ausgelöst und Ihre Aktie wird in etwa zu diesem Kurs - also mit 35 € Gewinn verkauft.

Sie selbst hätten eventuell schon bei 120 € verkauft!
Und: Es könnte auch sein, dass Sie bei 135 € nicht verkauft hätten, weil Sie auf einen erneuten Anstieg der Aktie gehofft hätten.

Bewertung von Money-Management:
Money- und Risiko-Management kann man sowohl einfach als auch etwas schwieriger und damit genauer anwenden (mit Gebühren und Slippage). Beide Versionen habe ich in diesem Artikel skizziert.

Leider ist es in der Praxis aber so, dass oft nur Profis Money-Management anwenden, während Aktien-Anfänger das Risiko-Management eher vernachlässigen. Das hängt zum Teil auch damit zusammen, dass Ihnen Money-Management zu kompliziert erscheint und ihnen Börsengurus suggerieren, dass sie sich damit um Mega-Gewinne beschneiden. Das Gegenteil ist der Fall. Es ist bekannt, dass zwischen 80 und 90% der Aktien-Anfänger an der Börse scheitern. Das fehlende Money-Management hat ihrem Portfolio geschadet. Verlustphasen wurden nicht überstanden. Anstatt Gewinne zu machen, haben Sie Verluste realisiert. Auch Totalverluste sind bei einer solchen Strategie nicht ausgeschlossen.

Fazit: Wenn selbst oder gerade Profis Money- und Risikomanagement betreiben, dann müssen Aktien-Anfänger erst recht diese Wertsicherungsstrategie ihrem Depot angedeihen lassen. Ich hoffe sehr, dass dieser Artikel dazu dient, dass Sie auf diese Weise "Ihre Gewinne laufen lassen und Ihre Verluste begrenzen".

von Wolfgang Molzahn - veröffentlicht in: Börsenlexikon
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Sunday, 23. october 2011 7 23 /10 /Okt. /2011 07:57

Teil 3: Beispiel von Risiko-Management - Fortsetzung:

In Teil 2 hatte ich unter 4. bereits aufgezeigt, wie das Einzelpositionsrisiko errechnet wird. Da andere Autoren dieses Risiko auch anders berechnen, möchte ich hier nochmals kurz darauf eingehen.

Bleiben wir aber in unserem Beispiel. In der Literatur rechnet man auch in umgekehrter Richtung. Dabei geht man von  einem maximalen Börsenkapital-Gesamtrisiko von 10% aus und verteilt danach diese 10% auf die Einzelpositionen. Die Berechnung sieht dann folgendermaßen aus:

4b - Einzelpositionsrisiko errechnen:

  • Börsenkapital in € = 12.000 €
  • Gesamtrisiko in % = 10%
  • Gesamtrisiko in € = 1.200 €
  • Einzelpositionsrisiko in € = 1.200 € : 6 Einzelpositionen = 200 €
  • Einzelpositionsrisiko in % = ca. 1,67 %

Die in Teil 2 genannte 1%-Regel ist damit überschritten!

Fahren wir nun mit der Berechnung der Aktienanzahl für die Einzelposition unseres Beispiels (5. von Teil 2) fort.

6 - Aktienanzahl der Einzelposition (AaEp) berechnen:

                  maximales Risiko pro Position           120 €
AaEp = ----------------------------------------------- = ----------------- = 12 Stück
                    aktuellen Kurs - Stoppkurs             100 € - 90 €

Beachten Sie bitte, dass diese Rechnung keine Gebühren und Slippage aufweist. Gehen wir davon aus, dass sich die Kauf- und Verkaufsgebühren auf je 0,6% belaufen und die Kauf- und Verkaufsslippage auf 1,2%, so ergeben sich folgende Werte:

Kauf: 100% + 1,2% + 0,6% = 101,8%
Verkauf: 100% - 1,2% - 0,6% = 98,2%

Die obige Rechnung würde dann folgendermaßen lauten:

                  maximales Risiko pro Position                                   120 €
AaEp = -------------------------------------------------------------- = ---------------------------
                 aktuellen Kurs x 1,018 - Stoppkurs x 0,982          101,8 € - 88,38 € 

= ca. 9 Stück


Was ist eine Slippage:
Slippage könnte man mit "schlechte Orderausführung" übersetzen. Wenn Sie per Stop-Buy-Order die 100 € Aktien kaufen, dann wird die Position gekauft, sobald  der angegebene Kurs erreicht oder überschritten ist. Die Stop-Buy-Order wird bei Erreichen des Stoppkurses zu "bestens kaufen" zum nächsten Kurs bestens gekauft. Das kann bedeuten, dass Sie die Aktie etwas teurer kaufen als geplant.
Umgekehrt wird bei einer Stop-Loss-Order zu 90 €, die Position verkauft, sobald  der angegebene Kurs erreicht oder unterschritten ist. Die Stop-Loss-Order wird bei Erreichen des Stoppkurses zu "bestens verkaufen" zum nächsten Kurs bestens verkauft. Das kann bedeuten, dass Sie die Aktie etwas billiger verkaufen als geplant.
 
Fortsetzung folgt!

von Wolfgang Molzahn - veröffentlicht in: Börsenlexikon
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Saturday, 8. october 2011 6 08 /10 /Okt. /2011 18:07

Teil 2: Beispiel von Risiko-Management:

1 - Gesamt-Börsenkapital (für Otto Normalaktionär) bestimmen
Im Grunde genommen geht es hierei um mehr als nur das Festlegen von zum Beispiel 12.000 € Börsenkapital für ein Investieren in Aktien. Normalerweise sollten auch die anderen durch Diversifikation festgelegten Vermögenswerte (siehe Artikel über die Portfoliotheorie) mit einbezogen werden. Der Einfachheit halber vernachlässige ich in diesem Beispiel die durch Diversifikation festgelegten Vermögenswerte.

  • Börsenkapital = 12.000 €
  • Cash-Reserve (Liquiditätsreserve) = 2.000 €

Warum eine Cash-Reserve?
Eine sogenannte Cash- oder Liquiditäts-Reserve dient dazu, kurzfristig handlungsfähig zu sein. Sollten sich der Verkauf einer Position etwas verzögern und ein Kauf gerade günstig erscheinen, so kann die Cash-Reserve dazu verwendet werden, um diese Chance zu nützen. Wichtig ist allerdings, dass sie wirklich nur kurzfristig genützt und nach dem Verkauf der anderen Position sofort wieder aufgebaut wird.
   
2 - Einzelpositionsbestimmung:

  • Gesamt-Börsenkapital = 12.000 €
  • Positionen = zum Beispiel 6
  • 12.000 € :  6 Positionen = 6 Einzelpositionen á 2.000 €

3 - Gesamtrisiko festlegen:

  • Börsenkapital = 12.000 €
  • Gesamtrisiko in % =  1%
  • Gesamtrisiko in € = 120 €

Wenn Sie langfristig Erfolg an der Börse haben möchten, dann sollten Sie sich an folgende Regel der Profis halten:

Riskiere niemals mehr als 1% des derzeitigen Gesamt-Börsenkapitals pro Einzelposition und gehe dabei ein Einzelpositionsrisiko von höchstens 10% ein!

4 - Einzelpositionsrisiko errechnen:

  • Gesamtrisiko in % = 1%
  • Gesamtrisiko in € = 120 €
  • 120 € pro Einzelposition in % = 6%

Die Werte liegen innerhalb der oben definierten Regel!

5 - Stoppkurs festlegen
Über verschiedene Möglichkeiten, einen Stoppkurs festzulegen, werde ich in einem späteren Artikel ausführlicher schreiben. Hier gehen wir der Einfachheit halber davon aus, dass der Stoppkurs 10% unterhalb des Einstiegskurses liegt.

  • Einstiegskurs = 100 € / Aktie
  • Stoppkurs (-10%) = 90 € / Aktie

Fortsetzung folgt!

von Wolfgang Molzahn - veröffentlicht in: Börsenlexikon
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Sunday, 25. september 2011 7 25 /09 /Sept. /2011 09:23

Teil I: Was ist Risiko-Management bzw. Money-Management

Beim Money-Management geht es darum, sowohl das Kapital eines Wertpapier-Portfolios (Depots) als auch dessen Risiko zu steuern. Deshalb ist sowohl vom Money-Management als auch vom Risiko-Management die Rede.

Defintionen zum Risiko- bzw. Money-Management:
Die Börsenweisheit „Verluste begrenzen und Gewinne laufen lassen“ könnte man als Definition vom Risiko-- bzw. Money-Management betrachten.

Für Aktionäre, die an der Börse schon einmal viel Geld verloren haben, sollte man Risiko-Management eventuell so definieren:
Mit Money-Management streut man sein Wertpapier-Portfolio so, dass man Verlustphasen gut übersteht und niemals sehr große Verluste realisiert oder gar pleitegeht.

Wendet man auf sein Wertpapier-Portfolio Money- und Risiko-Management an, so lässt man sich nicht mehr von Emotionen leiten, sondern handelt konsequent nach mathematisch exakten Vorgaben. Dadurch werden Verluste gering gehalten und Gewinne gesichert. Money- und Risiko-Management ist eine Wertsicherungsstrategie.

Elemente von Risiko-Management:

  1. Gesamtkapital bestimmen
  2. Einzelpositionsbestimmung
  3. Gesamtrisiko festlegen
  4. Einzelpositionsrisiko festlegen
  5. Stoppkurs festlegen
  6. Aktienanzahl der Einzelposition errechnen
  7. Order ausführen und nachziehen

 

von Wolfgang Molzahn - veröffentlicht in: Börsenlexikon
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Sunday, 11. september 2011 7 11 /09 /Sept. /2011 07:03

Harry M. Markowitz und seine Portfoliotheorie
Harry M. Markowitz wurde am 24. August 1927 in Chicago geboren und studierte an der dortigen Universität Wirtschaftswissenschaften. 1952 wurde im "Journal of Finance" sein Aufsatz "Portfolio Selection" veröffentlicht. Zusammen mit William F. Sharpe und Merton M. Miller erhielt er dafür 1990 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften.

Einleitung zur Portfoliotheorie
Auch wenn viele Anleger keine Risikostreuung in ihr Portfolio (Investitionen, Wertpapierdepot) einbauen, ist ihnen der Begriff trotzdem sehr geläufig. Das war nicht immer so, denn erst Markowitz hat mittels seiner Portfoliotheorie diesen Begriff zugänglich gemacht. Deshalb wird er auch als der Erfinder der (Risiko)-Streustrategie bezeichnet.

Markowitz geht in seiner Theorie von folgenden Gegebenheiten aus:

  • Die Märkte sind vernünftig und funktionieren gut.
  • Die Marktteilnehmer sind umfassend informiert und haben zwei Ziele:
  • Ziel 1: Sie möchten hohe Renditen zu erzielen.
  • Ziel 2: Die hohen Renditen sollen zuverlässig und sicher eintreten.

Das Ziel der hohen Renditen wurde bei der Auswahl der Wertpapiere berücksichtigt. Das Bestreben, diese hohen Renditen auch zu erwirtschaften, wurde nur in der Form beachtet, dass man sich bei der Auswahl eines Wertpapiers seine Entscheidung "risikoavers" traf. Hatte man zwei Investitionen mit gleich hoher Rendite analysiert, so wurde die mit dem kleineren Risiko gewählt. Ein noch höheres Risiko wurde nur dann akzeptiert, wenn die erwartete Rendite überproportional stieg.

Zielsetzung der Portfoliotheorie
Für Markowitz ergab sich daraus die Zielsetzung, mittels mathematischer Techniken, historischer Daten und Meinungen zuverlässiger Analysten ein optimales und effizientes Portfolio (Vermögensdepot) zusammenzustellen.

Weg zur Portfoliotheorie
Im Folgenden möchte ich drei Thesen aneinanderreihen, die Ihnen helfen sollen, den Weg hin zur Portfoliotheorie zu verstehen:

1. - Die Rendite und das Risiko sind miteinander verknüpft und können nicht getrennt werden!
Mit anderen Worten: Wenn ein Anleger hohe Gewinne erzielen möchte, dann geht er auch höhere Risiken ein, was so viel bedeutet wie: Die angestrebten Renditen werden nicht erreicht.
 
Markowitz unterschied in ein systematisches und ein unsystematisches Risiko.
Dem systematischen Risiko sind alle Wertpapiere unterworfen. Von daher kann es nicht durch eine Strategie mit anderen Wertpapieren beseitigt werden.
Anders das unsystematische Risiko, das dem einzelnen Wertpapier (zum Beispiel einer Aktie) anhaftet. Dieses Risiko lässt sich durch eine Diversifikation verringern.

2. - Es sollten nicht nur die Renditen maximiert, sondern auch die Risiken durch Diversifikation minimiert werden!
Wird eine höhere Rendite erwartet, so nimmt das Risiko zu. Durch eine Diversifikation lässt sich das unsystematische Risiko verringen. Unter einer Diversifikation versteht man die Aufteilung des Vermögens auf mehrere Anlagetitel. Zunächst waren damit nur Aktien und Anleihen gemeint, heute werden verschiedene Assetklassen, wie zum Beispiel Immobilien, Gold, Rohstoffe, Währungen, ..., mit einbezogen.

3. - Bei einer Diversifikation muss darauf geachtet werden, dass die Verteilung des Vermögens in so wenig wie möglich korrelierende (voneinander unabhängige) Assetklassen gestreut wird!
Was genau bedeutet dies? Wenn verschiedene Assets (Vermögenswerte) miteinander korrelieren, dann entwickelt sich ihr Kurs ungefähr gleich. Steigt der eine Wert, so steigt auch der andere - fällt der Kurs eines Assets, so fällt auch der andere. In Werten ausgedrückt sieht dies folgendermaßen aus:

  • 1 = gleichlaufende Entwicklung
  • 0 = unabhängige Entwicklung
  • -1 = gegenläufige Entwicklung

Der Korrelationswert von Aktien zu Immobilien liegt bei ungefähr -0,05 - Aktien und Immobilien entwickeln sich also unabhängig voneinander.
Der Korrelationswert von Aktien zum DAX-Index liegt bei ungefähr 0,9 - Aktien und der DAX-Index entwickeln sich also fast gleichlaufend.
Der Korrelationswert vom DAX-Index zu Anleihen liegt ungefähr bei -0,5 - der DAX-Index und Anleihen entwickeln sich also eher gegenläufig.

Geht man so vor, so sinkt bei gleichen Renditechancen das Risiko und bei gleichem Risiko steigen die Renditechancen! Allerdings müssen die Vermögenswerte sehr breit gestreut werden (ca. 20 verschiedene Werte)!

7 Schritte zum eigenen effizienten Portfolio
Natürlich sagen diese drei Thesen nicht alles aus. Schließlich umfasst Markowitz' Werk über 450 Seiten. Vielleicht ist es hilfreich, wenn ich zum Schluss dieses Artikels versuche, eine Art Anwendung der Portfoliotheorie in 7 Schritten aufzulisten:

Schritt 1: Definieren Sie Ihre angestrebte Rendite, die Anlagedauer (ein langer Anlagehorizont erhöht die Wahrscheinlichkeit, Ihr Renditeziel zu erreichen und verschafft Ihnen die Möglichkeit, größere Risiken einzugehen) und Ihre Risikobereitschaft.

Schritt 2: Optimieren Sie Ihr Portfolio (oder bauen Sie ein Portfolio auf), indem Sie nicht nur nach Renditegesichtspunkten Vermögenswerte wählen, sondern auch nach Risikogesichtspunkten Assetklassen analysieren.

Schritt 3: Bestimmen Sie die Korrelation der Assetklassen (untereinander und innerhalb der Klassen) so, dass sie sich möglichst unabhängig voneinander entwickeln.

Schritt 4: Schätzen Sie das unsystematische Risiko der einzelnen Vermögenswerte richtig ein.

Schritt 5: Streuen Sie breit (20 verschiedene Werte).

Schritt 6: Bauen Sie ein "effizientes Portfolio" auf, indem Sie Ihr Wertpapierdepot ausbalancieren.

Schritt 7: Behalten Sie Ihr Portfolio im Auge, das heißt: Rebalancieren Sie das Depot immer wieder.

Zusammenfassung / Grundaussage
Ein effizientes Portfolio ist dadurch gekennzeichnet, dass das Vermögen auf verschiedene Assetklassen, die so wenig wie möglich miteinander korrelieren, diversifiziert (gestreut) wird. Dadurch wird das Risiko des Gesamtportfolios unter das durchschnittliche Risiko der im Depot enthaltene Einzelwerte gesenkt.

Fazit
Markowitz schreibt in Kapitel 3 von "PORTFOLIO SELECTION", dass mit Ausnahme der Anhänge sein Buch für Leser ohne mathematische Ausbildung gedacht ist. Liest man aber als Otto Normalbürger sein Werk oder andere Bücher zur Portfoliotheorie oder dem Portfoliomanagement, so stößt man sehr schnell an seine Grenzen. Insofern möchte ich dem Leser, der solche Werke kaufen möchte, zuallererst raten, entweder in einer Bibliothek oder in einem Buchladen einen Blick in solche Bücher zu werfen. Eventuell sparen Sie dadurch viel Geld.

Wahrscheinlich haben Sie durch diesen Artikel auch wahrgenommen, dass eine Analyse gemäß der Portfoliotheorie sehr umfassend ist. Darüber hinaus muss man sich in den verschiedenen Assetklassen sehr gut auskennen. Für Aktien-Anfänger ist diese "Strategie" meines Erachtens völlig ungeeignet.

Dennoch möchte ich dazu anraten, den Grundgedanken der Portfoliotheorie Beachtung zu schenken. Setzen Sie Ihnen einleuchtende Schritte soweit möglich in Ihrem Portfolio um.

Liest man nur über die Portfoliotheorie, so erscheint einem alles ziemlich logisch. Aber über die Portfoliotheorie hinaus gibt es auch andere Verhaltensweisen von Anlegern (Behavioral Finance), die teilweise zu anderen Handlungsweisen führen. Betrachten Sie deshalb die Portfoliotheorie als Teil einer Aktien- und Börsenstrategie.

von Wolfgang Molzahn - veröffentlicht in: Börsenlexikon
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Monday, 29. august 2011 1 29 /08 /Aug. /2011 17:32

FF-Cover-PDF-Ebook-250.png Finanzielle Freiheit für Otto Normalbürger? Reich werden für Jedermann? Traum oder Möglichkeit?

Molzahn nimmt Sie in diesem Ratgeber an die Hand und möchte, dass mit der Umsetzung seiner 12 Schritte Ihr Traum zur Wirklichkeit wird! Dabei überfordert er niemanden und steigt ganz sachte ein. Die ersten vier Schritte bezeichnet er als "Warmlaufen".

Warmlaufen, indem Sie zunächst einmal abklären, von was genau Sie träumen. Würde Ihnen die finanzielle Unabhängigkeit ausreichen oder soll es auf jeden Fall die finanzielle Freiheit sein, die Sie für sich verwirklichen möchten? Wo genau liegen die Unterschiede und wie sehen Ihre Ziele aus? Kaum haben Sie diese Vision klar vor Augen, sind die Freiheitstraum-Zerstörer schon zur Stelle. Indem sie Molzahn für Sie enttarnt, verlieren diese schon ein Stück weit ihre Macht und werden durch die Motivationen des 3. Schrittes vollends beseitigt. Die Grundvoraussetzungen für Ihre finanzielle Freiheit schließen das Warmlaufen ab. Sie müssen wissen, wo Ihr "Kittel brennt", damit Sie Teil 2, den (End)-Spurt, bis zum Ziel durchziehen!

In Teil 2 geht Molzahn richtig zur Sache. Dennoch hat man den Eindruck, dass dieses "reich werden" tatsächlich auch für Otto Normalbürger möglich ist. Aber reich werden kann man nur, wenn man seine Ausgaben im Griff hat, spart und darüber hinaus noch sein Einkommen erhöht, um noch mehr zu sparen (Schritte5 bis 7). Liest man das so, so möchte man vermeintlich wissend abwinken. Nach dem Lesen sieht die Sache jedoch ganz anders aus. Hier erhält man Tipps, die Hand und Fuß haben und niemanden überfordern. Im 8. Schritt sollen Sie dann Ihr Ziel in ein realistisches Ziel umwandeln. Molzahn zeigt aber zudem, wie auch unrealistische Ziele eine Chance auf Verwirklichung haben können. Haben Sie durch Schritt 7 schon Ihr Einkommen "drastisch" erhöht, so müssen Sie beim 9. Schritt langsam aber sicher darüber nachsinnen, wie Sie dieses und anderes Kapital nochmals vermehren. Finanzielle Freiheit ist nur möglich, wenn Ihr Kapital Ihren Bedarf Monat für Monat erwirtschaftet. In Schritt 10 und 11 werden Sie aufgefordert, zum Taschenrechner zu greifen, um Ihr Ziel rechnerisch umzusetzen und auch das benötigte Sonderkapital mit einzubeziehen. Theoretisch sind Sie dann nur wenige Meter von der Ziellinie entfernt und mithilfe Ihrer letzten Reserven verwirklichen Sie im 12. Schritt das harmonische Ganze.

Fazit: Unter Molzahns Anleitung kann Otto Normalbürger reich werden und seine finanzielle Freiheit zuwege bringen. Dafür liefert er auf engstem Raum einen klaren und umsetzbaren Plan mit vielen Tipps. Aus dem Traum kann tatsächlich Wirklichkeit werden!

 

Mehr Informationen finden Sie  HIER!

von Wolfgang Molzahn - veröffentlicht in: Börsenlexikon
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Sunday, 14. august 2011 7 14 /08 /Aug. /2011 09:50

Oder: Teuer investieren - aber mit Vision

Bei der Wachstumsstrategie oder Growth Strategie spricht man auch vom wachstumsorientierten Investmentstil.

Definition der Wachstumsstrategie / Growth Strategie:
Growth steht für Wachstum.
Bei der Wachstumsstrategie geht es um Aktien von Unternehmen aus Branchen, die zukunftsträchtig sind. Man erwartet also für die Zukunft eine überdurchschnittliche Rendite.

Vorgehensweise bei der Wachstumsstrategie:
Bei der Wachstumsstrategie bedient man sich zur Analyse der Fundamentalanalyse. Es wird innerhalb von Wachstumsbranchen nach Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial gesucht. Die aktuelle Bewertung der Unternehmen spielt dabei eine untergeordnete Rolle.
Von Bedeutung ist ein hohes Wachstum sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn. Insofern werden die Wachstumsraten der Vergangenheit aber vor allen Dingen die erwarteten Wachstumsraten der Zukunft analysiert. Der Umsatz und auch der Gewinn müssen überdurchschnittlich zunehmen.
Zu Beginn sprach ich von "teuer investieren" weil das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) solcher Unternehmen meist höher ausfällt. Anleger nach der Wachstumsstrategie kaufen ihre Aktien also eher teuer ein.

Verschiedene Vorgehensweisen bei der Wachstumsstrategie:
Die oben beschriebene Vorgehensweise beinhaltet nicht, dass der typische Anwender der Wachstumsstrategie in sehr junge Unternehmen (Start-Ups) investiert. Er kauft Aktien innovativer Unternehmen, für die er ein überdurchschnittliches Gewinn- und Umsatzwachstum erwartet und wofür es zum Zeitpunkt der Analyse schon Anhaltspunkte gibt.
Nur bei der aggressiven Anwendung der Wachstumsstrategie werden Aktien sehr junger Unternehmen ausgewählt!

Anmerkung:
Wer die Wachstumsstrategie anwendet, muss sich auf dem Aktienmarkt sehr gut auskennen. Er weiß um die Branchen, die künftige Boom-Märkte sind. Dennoch ist er ein sehr risikobereiter Aktionär. Er kauft erwartetes Wachstum teuer ein und hofft, dass seine Erwartungen sich erfüllen. Da seine Werte Zukunftswerte sind, muss er sich ständig um seine Aktien kümmern.
Für Aktien-Anfänger ist die Wachstumsstrategie nicht zu empfehlen.

von Wolfgang Molzahn - veröffentlicht in: Börsenlexikon
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So schaffen Sie es!
www.sparsam-sparen.com/reich-werden.html

 

 


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